Weniger Aufwand bei reduzierten Kosten

Von Klaus Manhart am 11. September 2017
Industrielle IoT-Umgebungen erfordern eine erste Aggregation und Analyse der Sensorikdaten am Edge, also direkt dort, wo die Daten anfallen. Industrieanwender wie etwa Pipeline-Betreiber reduzieren damit Aufwand und Kosten.

Bei IoT-Anwendungen geht man immer mehr dazu über, Daten direkt vor Ort zu bearbeiten. Welche Vorteile die Datenanalyse direkt bei der Entstehung der Daten hat, zeigt das Beispiel von Erdgas-Pipeline-Betreibern.

Ein Pipeline-Betreiber muss den Druck in den Fernleitungen aus Sicherheitsgründen über Hunderte, mitunter Tausende Kilometer hinweg konstant halten. Die Pipelines sind dazu alle 40 bis 100 Kilometer mit Kompressorstationen bestückt. Jede dieser Stationen schickt alle zwei Minuten Angaben zu Druck, Dichte und Temperatur des Gases an die Leitstelle - 70 bis 80 TByte Daten pro Station und Jahr fallen dadurch an. Die Leitstelle erhält die Werte typischerweise in Excel-Dateien; aus diesen ermittelt ein Ingenieur dann per Makros die Monitoring-Ergebnisse.

Für das Unternehmen und seine Mitarbeiter ist das ein umständlicher und zeitraubender Prozess. Edge Computing ist hier die Lösung: Mittels Edge Computing lassen sich Messwerte vor Ort zu einem Status der Kompressorstation zusammenzufassen: Sind alle Sensorikwerte im grünen Bereich, muss die Station lediglich alle zwei Minuten ein "grün" übermitteln, bei Störungen nur die Abweichungen vom Sollwert. Das Beispiel zeigt: Aggregation und Automation senken dabei nicht nur den Aufwand in der Leitstelle, sondern reduzieren auch die Kosten der Datenübertragung.

Vorausschauende Wartung senkt Betriebskosten

Der Ansatz ermöglicht zudem eine vorausschauende Wartung: Löst traditionell erst das Überschreiten von Schwellenwerten Alarm aus, entdecken Edge-Systeme bereits früh Zusammenhänge wie etwa häufige, geringe Abweichungen vom Sollwert. So kann ein Techniker das Bauteil auswechseln, bevor der Defekt eintritt. Dies senkt die Betriebskosten und erleichtert es, Störungen und Unfälle zu vermeiden.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) und SAP haben für diesen Anwendungsfall Lösungen entwickelt. Dazu gehören zum Beispiel Dienstleistungen für die Definition neuer IoT-Prozesse und einer IoT-Architektur, für die Einbindung in die SAP-HANA-Umgebung und den laufenden Betrieb. Speziell für raue Industrieumgebungen konzipierte konvergente IoT-Systeme und -Gateways oder ein Micro Datacenter übernehmen die lokale Aggregation und Analyse anfallender Daten vor Ort "am Edge".

Big-Data-Lösungen zum Beispiel auf Hadoop-Basis erlauben Speicherung, Management und Analyse großer Datenmengen, während die HPE Aruba Switches, WLAN-Komponenten und Security-Lösungen die IoT-Umgebung anbinden und absichern.