Niedrigenergie-Netze für IoT-Anforderungen

Von Klaus Manhart am 27. April 2017
IoT-Geräte miteinander zu verbinden ist alles andere als einfach. Das Internet der Dinge benötigt Übertragungsverfahren, die mit wenig Leistung eine hohe Reichweite erzielen - Anforderungen, die herkömmliche Drahtlosverbindungen nicht bieten. Mit dem Long Range (LoRa) WAN zeichnet sich eine Lösung ab. Ein erster Rollout findet gerade in Indien statt.

Wie vernetzt man IoT-Geräte miteinander? Herkömmliche Drahtlos-Verbindungen sind dafür kaum geeignet. Normale Wide-Area-Anbindungen mit ihren hohen Betriebskosten, unzureichenden Netzabdeckungen und großen Leistungsanforderungen an die Geräte sind für IoT-Devices zu groß dimensioniert. Das Internet der Dinge benötigt aber Übertragungsverfahren, die mit wenig Leistung eine hohe Reichweite erzielen.

Mit der Long Range (LoRa) Wide Area Network (WAN) Technologie - kurz "LoRaWAN" - ist eine leistungsfähige Spezifikation verfügbar, die perfekt für IoT-Anforderungen passt: Das Netzwerkprotokoll verfügt anders als bisherige Technologien über eine sehr gute Gebäudedurchdringung und Netzstabilität, sowie über eine hohe Reichweite und weist einen niedrigen Stromverbrauch auf.

Damit eignet sich dieses Protokoll perfekt für drahtlose, batteriebetriebene IoT-Geräte, die über ein weitflächiges Niedrigenergie-Netz verbunden werden (Low Power Wide Area Network, LPWAN). Zudem deckt es die spezifischen IoT-Anforderungen ab, etwa eine sichere bidirektionale Kommunikation, Mobilitäts- und Lokalisierungsdienste. Sensornetzwerke, Sicherheitssysteme, industrielle Steuerungen, Smart Home, Smart Metering sowie Smart Cities lassen sich damit gut realisieren.

Erster LoRa-Rollout in Indien

Inzwischen hat sich LoRaWAN weitgehend als Standard durchgesetzt, der andere Verbindungsoptionen wie LTE oder WLAN ergänzt. Die LoRA-Allianz, eine offene, gemeinnützige Vereinigung, zu der auch HPE gehört, hat sich zum Ziel gesetzt, LPWAN zu standardisieren und weltweit einzusetzen, um IoT, Machine-to-Machine-Kommunikation, Smart Cities und industrielle Anwendungen zu fördern.

Aktuell unterstützt HPE mit seiner Universal IoT Plattform die indische Tata Communications beim Rollout des ersten LoRa-Netzwerks in Indien. In diesem Projekt sollen in etwa 2.000 Städten und Gemeinden Geräte und Anwendungen über das LoRa-Netzwerk in Gebäuden und Flächen vernetzt werden - in der Energieversorgung, im Flottenmanagement, bei Sicherheitsdiensten und im Gesundheitswesen.

Mittelfristig will Tata mit seinem Netzwerk mobile Plattformen und Ökosysteme aufbauen, die Menschen und IoT-Geräte auf der ganzen Welt nahtlos verbinden. "Die Ausmaße dieses Projektes sind gigantisch, wir bringen neue Dienste zu Millionen von Menschen", sagt David Sliter, Vice President und General Manager des Geschäftsbereichs Communications Solutions bei HPE. "Durch unseren Partner-zentrischen Ansatz hilft die HPE Universal IoT Platform Tata Communications beim Aufbau mehrerer Branchenanwendungen auf einer gemeinsamen Plattform mit einem gemeinsamen Datenmodell."