HPE schickt Superrechner ins All

Von Klaus Manhart am 13. September 2017
Eine Reise zum Mars erfordert an Bord der Raumfahrzeuge extrem leistungsfähige Rechner. Dazu muss die Funktionsfähigkeit der Technologie im Weltraum getestet und verbessert werden. Nun hat HPE zu diesem Zweck einen Superrechner ins All geschickt.

Halten Supercomputer den Bedingungen im Weltall stand und funktionieren dort ordnungsgemäß? Um diese Frage zu beantworten, hat Elon Musks Firma SpaceX in der SpaceX-CR12-Rakete einen Supercomputer von Hewlett Packard Enterprise (HPE) zur Internationalen Raumstation ISS gebracht.

Mit diesem sogenannten "Spaceborne-Computer" testen HPE und die NASA den Einsatz eines handelsüblichen Supercomputers im Weltall - ein bisher einzigartiges Experiment. Getestet werden soll damit, ob das System für ein Jahr in den rauen Bedingungen des Weltalls funktioniert, was etwa der Reisedauer zum Mars entspricht.

Software lindert Folgen der Umwelteinflüsse aus dem Weltraum

Der Spaceborne-Computer nutzt HPE-Apollo-40-Systeme mit einem Hochgeschwindigkeits-Interconnect und einem Linux-Betriebssystem. Die Hardware dieses Systems wurde für den Weltraum-Einsatz nicht verändert. Um den besonderen Umgebungs- und Einsatzbedingungen Rechnung zu tragen, entwickelte HPE ein einzigartiges wassergekühltes Gehäuse für die Hardware und eine spezielle System-Software.

Im Weltraum machen dem System beispielsweise Strahlung, Sonneneruptionen, subatomare Partikel, Mikro-Meteoriten, instabile Spannungsversorgung und irreguläre Kühlung zu schaffen. Computer-Systeme gegen diese Einflüsse physisch abzuhärten kostet Zeit, Geld und macht das System schwerer - deshalb fand HPE einen Weg, das System durch Software abzuhärten.

Die System-Software von HPE steuert die Rechenleistung basierend auf den aktuellen Bedingungen und kann durch die Umgebung erzeugte Fehler lindern. Das System durchlief erfolgreich die 146 Sicherheitstests und Zertifizierungen, die die NASA für die Zulassung voraussetzt.