HPE entwickelt Referenzarchitektur für Supercomputing

Von Klaus Manhart am 17. Juli 2017
Leistungsfähige Supercomputer werden in Medizin und Forschung dringend benötigt. HPE entwickelt nun für das US-Energieministerium eine Supercomputing-Architektur, die auf offenen Standards beruht.

Die US-Regierung will im Rahmen des Programms Path Forward den Aufbau von Supercomputing-Kapazitäten vorantreiben. Für die kostspielige Entwicklung der Superrechner werden im Rahmen des Exascale Computing Project Hewlett Packard Enterprise (HPE) und andere IT-Unternehmen mit 250 Millionen US-Dollar unterstützt.

Konkret ist HPE vom US-Energieministerium beauftragt worden, eine Referenz-Architektur für einen Exascale-Supercomputer zu entwickeln - also einen Computer, der mindestens eine Trillion (1 Milliarde mal 1 Milliarde) Rechenoperationen pro Sekunde schafft.

RAM im Mittelpunkt

HPE nutzt dafür die in seinem Forschungsprojekt The Machine entwickelte Architektur namens Memory-Driven Computing. Herzstück dieser Architektur ist nicht der Prozessor, sondern der Arbeitsspeicher. Die Architektur beruht auf offenen Standards. Im Mai 2017 hatte HPE einen Prototyp dieser Architektur mit 160 Terabyte Arbeitsspeicher vorgestellt, der bis 4096 Yottabyte skalierbar ist.

Der neue Exascale-Computer soll für eine große Bandbreite von Modellierungs- und Simulations-Aufgaben eingesetzt werden, etwa in Feldern wie Forschung, Medizin, High-Tech oder Maschinenbau. Bereits im März dieses Jahres hatte das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) eine Kooperation mit HPE in Sachen The Machine angekündigt. Das DZNE will mithilfe von Memory-Driven Computing völlig neue Erkenntnisse bei der Erforschung der Ursachen von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen gewinnen.