Einfach virtuelle Umgebungen einrichten und bereitstellen

Von Klaus Manhart am 17. August 2017
Mit hyperkonvergenten Plattformen, wie Simplivity von HPE, stehen Unternehmen neue Ansätze bei der Planung ihrer IT-Infrastruktur zur Verfügung. Florian Bettges, HPE, erläutert im Interview das Konzept und erklärt, wie schnell IT-Verantwortliche diese Umgebungen erlernen können.

Hyperkonvergente Umgebung - das klingt wie ein neues Schlagwort aus den Marketing-Abteilungen. Hinter dem Begriff steckt jedoch ein neuer Ansatz, wie sich Virtualisierung in Unternehmen weitertreiben lässt, um Ressourcen besser zu nutzen und gleichzeitig Kosten zu senken. Florian Bettges, Category Manager Storage bei Hewlett Packard Enterprise (HPE), erklärt im Interview den Nutzen hyperkonvergenter Infrastrukturen im Allgemeinen und der HPE-Lösung Simplivity im Besonderen.

Herr Bettges, was steckt hinter dem Begriff der hyperkonvergenten Umgebungen?

Florian Bettges: Hyperkonvergente Umgebungen oder hyperkonvergente Appliances fassen die Komponenten Storage, Computing und Netzwerk in einer Appliance zusammen. Sie vereinfachen es für Unternehmen enorm, virtuelle Umgebungen einzurichten und diese für Fachabteilungen bereitzustellen.

Nehmen Sie eine klassische Best-of-Breed-Lösung: Dabei erwerben Unternehmen die Hardware und die Software separat und müssen anschließend dafür sorgen, dass die Komponenten zusammenarbeiten und problemlos miteinander kommunizieren. Ein Software-Update oder eine neue Firmware kann die Arbeiten von Monaten zunichtemachen. Unser Ansatz, die Simplivity-Reihe, bietet alle Funktionen in einer Appliance - und wir garantieren, dass alle Komponenten reibungslos zusammenarbeiten. Das verringert den Beschaffungsprozess von bis zu einem halben Jahr auf wenige Wochen oder Monate.

Sind hyperkonvergente Lösungen der Nachfolger der Cloud?

Florian Bettges: Das möchte ich so nicht sagen, beide Konzepte können problemlos nebeneinander existieren. Gleiches gilt etwa für klassische SAN-Umgebungen. Letztere bieten beispielsweise noch immer eine höhere Verfügbarkeit, gerade für unverzichtbare Dienste wie eine SAP HANA ist das essentiell.

Wo liegen die Stärken der hyperkonvergenten Architektur?

Florian Bettges: Ein wichtiger Einsatzbereich liegt bei virtuellen Desktop-Umgebungen, kurz VDI. Hier benötigen Unternehmen Umgebungen, die sich einfach skalieren lassen. Sie beginnen etwa mit 100 Arbeitsplätzen und bauen VDI immer weiter aus - entsprechend lassen sich hier einfach neue Appliances hinzuschalten. Das unterstützt auch die Transformation der traditionellen IT: Unternehmen beginnen nur selten auf der grünen Wiese, auf der es keine Legacy-Projekte gibt.

Mit einer hyperkonvergenten Umgebung können Unternehmen sich Schritt für Schritt von alten Ansätzen lösen und Desktops oder Server langsam in virtuelle Umgebungen umziehen. Ein traditioneller IT-Stack kann so durch zwei oder drei hyperkonvergente Appliances abgelöst werden. Das ist gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen interessant.

Ein anderer guter Einsatzzweck sind Außenstellen. Eine Hyperkonvergente Appliance lässt sich zentral konfigurieren und liefert anschließend alle Dienste in der Außenstelle. HPE hat viel in Deduplizierung und Komprimierung investiert, so dass sich Daten selbst bei schmalen WAN-Verbindungen komplett und verlustfrei ins Rechenzentrum replizieren lassen.

Unternehmen profitieren auch von der schnelleren Umsetzung. Wenn Sie etwa einen Fachbereich haben, der neue Server oder Umgebungen schnell benötigt, kann eine hyperkonvergente Appliance diese Anforderungen ähnlich schnell wie eine Public Cloud erfüllen - aber alle Daten bleiben in Ihrem Unternehmen. Damit wachsen die Geschwindigkeit und die Agilität der IT enorm.

Wie kompliziert ist das Erlernen dieser neuen Umgebungen?

Florian Bettges: Das ist das schöne: Unser Simplivity-380-Lösung setzt auf Hypervisoren von VMware. Wir haben die Integration weiter vorangetrieben, so dass Administratoren aus dem bekannten vCenter heraus Storage, Computing und Netzwerk-Ressourcen vergeben können. Anders als bei anderen Systemen ist kein zusätzliches Management-System notwendig, Admins können einfach in der bekannten vCenter-Umgebung weiterarbeiten. Das erleichtert die Adaption enorm.

Was unterscheidet Simplivity von andern Hyperkonvergenz-Lösungen?

Florian Bettges: Neben der erwähnten vCenter-Integration ist es vor allem die Omnistack Accelerator Karte. Diese bringt einen ASIC FPGA Chip mit, der sich um die Storage-Aufgaben kümmert. Das bedeutet, dass die eigentlichen Intel CPUs nicht mit diesen Aufgaben belastet werden, sondern sich spezialisierte Chips darum kümmern, Latenzen werden so verhindert. Das ist ein großes Differenzierungsmerkmal zum Mitbewerb.

Referenzprojekte für hyperkonvergente Umgebungen auf Basis der Simplivity-Plattform können Sie sich auf dieser HPE-Seite ansehen. Zudem können Sie die Lösung im HPE Customer Technology Center live erleben.