Azure Stream Analytics bringt mehr Einblicke in IoT

Von Moritz Jäger am 08. Mai 2017
Eine neue Komponente für Azure IoT bringt die Datenauswertung direkt zu den Endgeräten. Damit lässt sich die Analyse in Bereichen nutzen, bei denen eine Cloud-basierte Auswertung nicht machbar oder praktikabel ist.

Microsoft erweitert die Funktionen von Azure Stream Analytics (ASA). Die Analysetechnik lässt sich künftig auch auf Geräten am Netzwerkrand, sogenannte Edge Devices, verwenden. Dadurch können Kunden die Intelligenz des Netzwerks näher an den IoT-Geräten ausrollen und so deutlich bessere Daten sammeln.

ASA erweitert den Azure IoT-Hub. Dieser erlaubt aktuell bereits den Einsatz von IoT-Produkten in Kombination mit Azure-Diensten. Darüber lassen sich IoT-Geräte nicht nur verbinden, sondern auch überwachen und aktualisieren. Die aktuelle Erweiterung eignet sich vor allem für Szenarien, in denen Echtzeitantworten oder die Verarbeitung großer Datenmengen beziehungsweise vieler Daten im Rohformat notwendig sind. Aufgrund der geringen Latenz eignet sich der Einsatz der Technik auch im Bereich von Industrie 4.0, etwa wenn Produktionsstraßen Daten vor Ort analysieren und darauf reagieren sollen.

Einer der ersten Partner für ASA ist HPE. Das Unternehmen hat bereits auf der Hannover Messe mit dem HPE Edgeline EL1000 Converged Edge System einen passenden ASA-Prototypen gezeigt. Dieser entstand durch eine enge Kooperation von HPE, Microsoft und der OPC Foundation. Das Gerät bringt nicht nur die notwendigen Analysefunktionen mit, es befindet sich zudem in einem gesicherten Gehäuse, das Appliance-Stöße, Vibrationen und extreme Temperaturen aushalten kann.

Letzteres ist tatsächlich notwendig, wenn ASA-Systeme erfolgreich im Edge-Bereich eingesetzt werden sollen. Die Einsatzszenarien dieser Produkte umfassen Offshore-Windkraftanlagen, Transportschiffe oder Ölbohrplattformen. In diesen Szenarien ist oft nur eine schmalbandige Datenverbindung vorhanden, so dass die gesammelten Informationen nicht in der Cloud verarbeitet werden können. Eine typische Jet-Turbine etwa erstellt im Flug rund ein Terabyte an Daten - zu viel, um sie über bestehende Verbindungen in eine Cloud zu schicken und dort auszuwerten. Mit der ASA Lösung lassen sich die Daten vor Ort filtern, aggregieren und vereinfachen. So werden nur tatsächlich notwendige Daten verschickt - das sorgt für ein deutlich geringeres Datenvolumen.

Aktuell ist Azure Stream Analytics für Edge Devices in einer limitierten Vorschauversion verfügbar. Interessierte Nutzer können über die Microsoft-Seite einen Zugang beantragen. Im Alltag nutzt die Technik das Azure IoT Gateway SDK, das auf Linux und Windows läuft. Dieses SDK kann Komponenten über verschiedene Industriestandards ansprechen, darunter OPC-UA, Modbus oder MQTT. Für die sichere Kommunikation kommt der Azure IoT Hub zum Einsatz.