„Synergy ist die IT-Basis für agile Services“

Von Ima Buxton am 21. März 2017
HPEs Synergy macht auf der Grundlage einer Composable Infrastruktur IT-Ressourcen optimal verfügbar und ermöglicht die Umsetzung innovativer, agiler Services. Stefan Weber, Strategic Sales Consultant bei HPE, erläutert im zweiten Teil unseres Interviews praktische Anwendungsfälle der Plattform.

Im ersten Teil unseres Interviews hat HPE-Experte Stefan Weber die Vorteile der neuen HPE Synergy Plattform erläutert. Erfahren Sie im folgenden Teil 2, wie der Einsatz von Synergy in der Praxis aussehen kann und für welche Szenarien er sinnvoll ist.

Herr Weber, HPE proklamiert, Synergy verbinde das Beste aus den beiden Welten der IT - also der klassischen und der agilen Welt der IT. Wie ist das zu verstehen?

Stefan Weber: Synergy ist tatsächlich das erste Produkt, mit dem sich eine so genannte Composable Infrastruktur realisieren lässt. Es wird also möglich, die Infrastruktur über Software so zusammenzustellen, wie es der entsprechende Workload erfordert. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von "Infrastructure as a Code", was nichts anderes bedeutet, als dass die Infrastruktur über eine Zeile Code über eine definierte Schnittstelle so zusammenkomponiert wird, dass sie den Anforderungen jeder einzelnen Applikation gerecht wird.

Die Infrastruktur ist dabei als ein dynamischer Ressourcenpool zu verstehen - mit Ressourcen für Computing, Speicher, Netzwerk - der intelligent verwaltet werden muss. Dies übernimmt eine so genannte Software-defined Intelligence, wozu unter anderem HPE OneView zählt.

Hinsichtlich der Agilität sehe ich einen wesentlichen Vorteil in der Prozessoptimierung durch HPE Synergy, die durch Flexible Capacity Services nochmals gesteigert wird. Synergy ist die Basis für eine Vereinfachung aus technologischer Sicht, durch das Ressource Pooling, der Definition der Infrastruktur durch Templates, dem Intelligenten Provisioning und so weiter… Flexible Capacity unterstützt den Kunden zusätzlich bei der Business- und IT-Demand-Planung, der Bereitstellung, Beschaffung sowie Installation und Integration. Neben der Agilität vergleichbar mit der eines Cloud-Service Providers kann so auch eine bedarfsabhängige Verrechnung von IT Services erfolgen.

Wie kann eine Composable Infrastruktur via Synergy in der Praxis aussehen?

Stefan Weber: Stellen Sie sich ein Fertigungsunternehmen vor, das an der Entwicklung neuer Services arbeitet. Dafür soll die die IT-Abteilung auf eine Entwicklungsumgebung zugreifen können, die sich aus Computing-, Storage- und Netzwerkressourcen zusammensetzt. Diese Ressourcen werden über ein Template definiert und können vervielfältigt werden, je nachdem wie oft Sie diese Ressourcen benötigen. Dann können Sie eine Datenbank hinzufügen, die wiederum aus unterschiedlichen Ressourcen besteht und die zudem im Laufe Ihres Lebenszyklus wachsen können soll - das heißt die Ressourcen müssen adaptierbar sein aufgrund von Veränderungen, die sich ergeben. Nach Fertigstellen der entsprechenden Konfiguration kann sich etwa herausstellen, dass der Händler zwar mehr Plattenkapazitäten benötigt, seine Compute-Ressourcen aber aufgrund der intelligenten Verwaltung ausreichen.

In einem anderen Fall könnte ein Online-Händler in seinem Weihnachtsgeschäft zusätzliche Ressourcen für seine Webservices brauchen. Die kurzfristig benötigten Ressourcen für Spitzenlasten können nach Abschluss des Saisongeschäftes deprovisioniert und anderen Anwendungen zur Verfügung gestellt werden.

Wie realisiert Synergy die Verwaltung vieler Anwendungsfälle und die hohe Flexibilität?

Stefan Weber: Wir haben ein breites Spektrum an Compute-Modulen, das heißt Zweisockel- ebenso wie Viersockelsysteme auf unterschiedlichen Intel-Architekturen, nämlich dem klassischen EP-System, aber auch dem EX-System. Darauf können wir sowohl "Standard-Workloads" wie Standard-Virtualisierung, normale Datenbanken und Webserver betreiben, aber auch Mission-Critical-Umgebungen wie zum Beispiel In-Memory-Datenbanken.

Entscheidend ist, dass wir die Leistungsfähigkeit mit Synergie signifikant steigern konnten. Beispielsweise verfügen Sie mit den oben genannten Systemen über 50 Prozent mehr Speicherplatz - das ist von großer Relevanz, weil Anwendungen heute immer datenhungriger werden - egal, ob diese in der alten oder in der neuen Welt beheimatet sind.

Kann Synergy denn wirklich alle Workloads abdecken und macht andere Systeme überflüssig?

Stefan Weber: Synergy deckt sehr viele Workloads ab, aber in der Tat ergeben sich in der Praxis auch Anwendungsfälle für andere Systeme, zum Beispiel im Bereich Objekt-Storage: Für Youtube-Videos, die einmal hochgeladen und dann nicht mehr verändert werden, genügt es auch, einfachen Storage hinzuzukaufen und diesen etwas über den HPE Apollo-Server zu managen. Synergy ließe sich natürlich auch für diesen Fall einsetzen, ein einfacher Speicherzukauf wäre aber eventuell ökonomischer.

Synergy ist vor allem vor dem Hintergrund innovativer, flexibler Services interessant, weil die Plattform Unternehmen agiler macht, zum Beispiel im Versicherungsbereich: Wollen Sie etwa für einen Skiurlaub Ihre Skiausrüstung für fünf Tage versichern lassen, müssen Sie in der Regel eine Jahrespolice abschließen. Mit einer agileren IT auf Basis von Synergy im Hintergrund lassen sich diese modernen Geschäftsmodelle künftig ganz einfach realisieren.

Apropos Agilität: HPE arbeitet ja bereits an einer neuen Hardware-Generation im Bereich der Computer, Stichwort "The Machine". Wie passt diese in das Synergy-Konzept?

Stefan Weber: Richtig, die kommende Generation von Computern mit einem persistenten Hauptspeicher wird der klassischen Von-Neumann-Architektur weit überlegen sein, weil sie mit ihrem datenzentrischen Ansatz die physikalischen Grenzen der alten Architektur überwindet. Diese Architektur liegt auch "The Machine" zugrunde, mit der HPE die Grundlagen für den Computer der Zukunft legen will.

Synergy ist bereits insoweit zukunftsfähig designt, als es diese zukünftige Generation von Computern unterstützt und kann mit einer Computer-Technologie arbeiten, die nur noch auf drei Komponenten beruht: einem Speicher, der sowohl Hauptspeicher wie auch Massenspeicher ist, einer Processing Unit und einer schnellen Schnittstelle.

Diskutieren Sie mit HPE Experten über Synergy und natürlich andere Business-IT-Themen und deren Bedeutung für die hiesige Industrie am HPE Stand auf der CeBIT 2017 in Halle 4, Stand A04 oder auf der Hannover Messe vom 24. bis 28 April in Halle 8, Stand A07.