Konsequente Digitalisierung ist die Ausnahme

am 22. März 2016
Nach den Ergebnissen der Studie „Organizing for Digital: Why Digital Dexterity Matters“ der Strategieberatung Capgemini setzen bisher nur sieben Prozent der Befragten digitale Technologien in ihren Unternehmen konsequent um. Dabei sind diese so genannten „Digital Leaders“ in Bezug auf Wachstum, Profitabilität oder Kundenzufriedenheit doppelt so erfolgreich wie ihre Wettbewerber.

Obwohl die Digitale Transformation eines der wichtigsten Themen auf der Agenda der IT-Verantwortlichen ist und es kaum mehr Unternehmen gibt, die überhaupt noch kein Digitalisierungsprojekt durchgeführt hat, ist ein konsequenter Digitalisierungsansatz nach der Devise "digital first" bisher die Ausnahme. Nur sieben Prozent der Unternehmen bekennen sich zu dieser Maxime.

Die Mehrheit der Befragten befindet sich noch in der Übergangsphase zwischen altem und neuem Organisationsmodell. Dabei stehen die meisten Unternehmen (56 Prozent) noch am Anfang und haben gerade damit begonnen, langsam ihre digitalen Kompetenzen auszubauen. Eine beträchtliche Zahl (21 Prozent) hingegen kommt bei dieser Umstellung zügig voran und verfügt bereits über verschiedene digitale Fähigkeiten. Allerdings treten 16 Prozent der Unternehmen auf der Stelle, verfügen über keine nennenswerten digitalen Kompetenzen und setzen sich auch nicht mit deren Potenzial auseinander.

Mit der Studie "Organizing for Digital: Why Digital Dexterity Matters" hat Capgemini in Zusammenarbeit mit dem MIT Center for Digital Business die Chancen und Herausforderungen der Digitalen Transformation untersucht. Sie basiert auf einer Umfrage unter 274 Führungskräften aus 150 verschiedenen Unternehmen in 28 Ländern.

Als Ergebnis wurden fünf Eigenschaften der "Digital Leader" ermittelt, durch sich diese von ihren Mitbewerbern unterscheiden:

  • Nach der Devise "digital first" haben digitale Lösungen höchste Priorität.

  • Förderung einer Innovationskultur über die ganze Organisation hinweg.

  • Aufbau agiler Strukturen, um digitale Chancen schnell zu erfassen und weiterzuentwickeln.

  • Zugang zu Daten erleichtern, um Mitarbeiter in ihrer Arbeit zu unterstützen.

  • Schaffung einer kollaborativen, problemlösungsorientierten Arbeitsumgebung.

"Heute sind digitale Vorreiter mehr als nur Technokraten. Sie überdenken ihre Organisation kontinuierlich und schaffen dadurch agilere Unternehmen, die neue Trends frühzeitig erkennen und rasch die notwendigen Fähigkeiten und Ressourcen entwickeln, um davon zu profitieren", sagt Thomas Friedrich, Vice President und Leiter des Geschäftsbereichs Strategie und Transformation bei Capgemini Consulting.

Die digitalen Vorreiter seien in der Lage, ihre Organisationsstrukturen besonderes schnell anzupassen und dadurch einen größeren Mehrwert aus der digitalen Transformation zu ziehen. Als intelligentere Organisationen träfen sie beispielsweise systematisch datenbasierte Entscheidungen, übertrügen mehr Entscheidungsfreiheiten auf bestimmte Mitarbeiter oder förderten die nahtlose Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens. Deshalb seien sie auch in allen wesentlichen Bereichen wie in Bezug auf Wachstum, Profitabilität oder Kundenzufriedenheit mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit erfolgreicher als die Wettbewerber ihrer Branche.