ITSG setzt auf hyperkonvergente Systeme

Von Dietmar Müller am 09. Februar 2017
Mit zunehmendem Alter der Bevölkerung werden die Belastungen für die Krankenkassen immer höher. Um die damit zusammenhängenden Daten effizient zu verarbeiten, haben die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen bereits 1996 eine eigene IT-Abteilung, die ITSG – Informationstechnische Servicestelle der gesetzlichen Krankenversicherung GmbH – ins Leben gerufen.

Das Unternehmen mit Sitz im hessischen Heusenstamm beschäftigt heute rund 110 festangestellte Mitarbeiter und sieht sich im Zuge der digitalen Transformation immer neuen Herausforderungen gegenüber. Es geht darum, den elektronischen Datenaustausch zwischen Arbeitgebern, Leistungserbringern, Krankenkassen und Sozialversicherungsträgern sowie deren Geschäftspartnern zu beschleunigen - ohne ihn zu verkomplizieren. Dafür unterstützt die ITSG die Standardisierung und Normierung des Datenaustauschs in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie die Datenverarbeitung im Auftrag der Krankenkassen und ihrer Verbände.

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Man kann auch sagen, dass die IT-Infrastruktur der ITSG als eine Drehscheibe für die Datenverarbeitung und Datenverteilung im Gesundheits- und Sozialwesen dient. Denn wenn hunderttausende von Arbeitgebern ihre Sozialversicherungsmeldungen und Beitragsnachweise an die gesetzlichen Kranken- und Sozialkassen leiten, werden diese durch die ITSG auf dem gesetzlich geregelten elektronischen Weg verschlüsselt übermittelt. Auch bei der Nutzung unterschiedlicher Fachanwendungen - wie zum Beispiel der Vergabe der Krankenversichertennummer für die Gesundheitskarte, Systemuntersuchung von Entgeltabrechnungsprogrammen oder Arzneimittelinformationssystem - verlassen sich die Organisationen der gesetzlichen Krankenversicherung auf die ITSG.

Herkömmliche Architekturen stießen an ihre Grenzen

Die IT-Fachkräfte des Unternehmens waren zunehmend damit beschäftigt, die unterschiedlichen Update-Zyklen der Firmware in den verschiedenen Hardware-Produkten miteinander in Einklang zu bringen. Um die immens wachsenden Workloads effizienter und flexibler bewältigen zu können, ist das Unternehmen von konventioneller IT auf konvergente und hyperkonvergente Systeme umgestiegen.

Ein hyperkonvergentes System ist die konsequente Weiterführung der Philosophie der konvergenten Infrastruktur. In konvergenten Umgebungen fassen die Betreiber von IT-Infrastrukturen, die einzelnen Komponenten des Rechenzentrums so zusammen, dass sie "auf einen Blick" übersehbar sind. Trotzdem musste die verteilte Hardware weiterhin separat verwaltet und betrieben werden. Solche IT-Landschaften der Unternehmen werden durch die breite Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle schnell in die Knie gezwungen.

Hyperkonvergente Architekturen werden dagegen hauptsächlich als fertige Appliances geliefert und können von Unternehmen oder auch Service Providern in Standard-Racks eingesetzt werden. Ein entsprechendes System kann als eine Art "Data Center in a Box" betrachtet werden, in dem Server, Netzwerk, Speicher sowie Backup und Desaster Recovery in einer einzigen Hardware verbaut sind.

Von wenigen zu fast 1.000 Servern

Bei ihrer Gründung 1996 stieg die ITSG mit wenigen Servern ins IT-Geschäft ein. Heute befinden sich bei der ITSG rund 800 virtuelle Systeme im Einsatz. Um diese große Menge an Servern managen zu können und gleichzeitig die Flexibilität und Performance hoch zu halten, setzt ITSG auf eine software-basiert und hardware-unabhängig Lösung, die den Aufwand für die IT-Abteilung in einem überschaubaren Rahmen hält. Die Herausforderung liege im hohen Abstraktionsgrad zwischen den Hardware-Komponenten und der intelligenten Software-Schicht zur Administration von Infrastruktur sowie auch der Datenbestände auf der Plattform.

"Wir haben uns - against all odds - für den Umstieg zu hyperkonvergenten Systemen entschieden. Mit HPE Hyper Converged Systemen verfügen wir in einigen Bereichen über eine stabile und flexible Lösung, die - bezogen auf die Basistechnologie - mit einem überschaubaren Administrationsaufwand auskommt", so Harald Flex, Geschäftsführer, ITSG GmbH.

"Diese Entscheidung haben wir auch durch externen und wissenschaftlichen Sachverstand abgesichert. Für die ITSG hat sich dieser Umstieg ausgezahlt", so Flex weiter. Gestützt auf positiven Erfahrungen mit einem HPE Converged System der Serie 700 beschaffte die ITSG im Rahmen von Ausschreibungen nach und nach weitere HPE Hyper Converged Systeme der Serie 250 (HC 250). Diese vorkonfigurierten, integrierten und virtualisierten Infrastruktur-Bausteine sind ab Werk vorkonfiguriert, laufen als "black boxes" unter dem Hypervisor, und sind innerhalb von nur 15 Minuten einsatzbereit. "Das minimiert unseren Installationsaufwand, auch wenn Systeme ausgetauscht und neue hinzugefügt werden - und beschleunigt die Rüstzeiten für die Bereitstellung neuer Anwendungen", so Flex.

Auf dem Weg zum Software-definierten Data Center

Hyperkonvergente Infrastrukturen sind ein junges Thema. Wie schon andere Techniken zuvor, wird sich auch die Hyperkonvergenz in den kommenden Jahren entwickeln, und es werden neue Funktionen hinzukommen. Hyperkonvergente Infrastrukturen sind die Antwort der Rechenzentren auf digitale Prozesse im Zeichen der Industrie 4.0 - zugleich stellen sie aber lediglich einen ersten Schritt hin zum komplett Software-definierten Data Center (SDDC) dar.