IoT auf dem Vormarsch

Von Klaus Manhart am 12. April 2017
Wie weit sind Unternehmen bei der Umsetzung von Industrie 4.0? Welche Barrieren gibt es und welche IoT-Plattformen werden bevorzugt? Eine kleine Umfrage auf der letzten Industry of Things World Konferenz gibt Auskunft über den Stand der Dinge.

Das industrielle Internet of Things (IIoT) - auch bekannt als Industrie 4.0 - soll die Kluft zwischen operativer Technologie (OT) und Informationstechnologie (IT) schließen, um Fertigungsprozesse innerhalb, aber auch zwischen Fabriken digital zu integrieren. Eine Umfrage unter 200 Teilnehmern auf der letzten Industry of Things World conference wollte herausfinden, was Branchenkenner und Experten aktuell über IoT und Industrie 4.0 denken.

Auf die Frage nach den größten Hindernissen für die Durchsetzung von IIoT nannten 40 Prozent der Befragten ihre Unternehmenskultur. Die Firmenkultur ihrer Kunden gaben 30 Prozent der Befragten als Hindernis an. Fehlende Standards (38 Prozent) und fehlende Technologien beziehungsweise Lösungen (28 Prozent) sind weitere Stolpersteine der IoT-Akzeptanz.

Vertikale Integration im Zentrum

Allerdings gibt es gute Neuigkeiten. Derzeit sind die meisten Hersteller mit der vertikalen Integration (63 Prozent) beschäftigt, die Effizienz und Flexibilität der Produktion erhöhen soll. Fast die Hälfte der befragten Hersteller beschäftigt sich auch intensiv mit dem Lifecycle Management, das alle Fertigungsstufen digital verwaltet.

Die horizontale Integration und Verschiebung von Wertschöpfungsketten hin zu Wertenschöpfungsnetzwerken - die durch digitale Plattformen angetrieben wird - ist der am wenigsten fortgeschrittene Ansatz (38 Prozent). Dabei ist dieser sehr wichtig, weil die horizontale Integration zu einem strukturellen Wandel der Branche führen wird und die Rollen der Hersteller im Ökosystem neu definiert werden.

Offene Standards gefragt

Gefragt, welche Art von industriellen IoT-Plattformen die Umfrageteilnehmer bevorzugen, gaben nur 10 Prozent an, dass sie geschlossene Plattformen mit proprietären Standards für eine gute Idee halten. Mehr als die Hälfte präferieren hingegen offene Plattformen mit offenen Standards. Diese würden auch die Zusammenarbeit von OT- und IT-Firmen begünstigen. Diese Ergebnisse spiegeln die Meinung vieler Experten wider, nach der die sich entwickelnden industriellen digitalen Ökosysteme nur gedeihen werden, wenn sie offen sind.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Umfrageergebnisse mit Grafiken finden Sie hier.