Hybrid Clouds und bimodale IT

Von Klaus Manhart am 03. April 2017
Gartner propagiert die IT der zwei Geschwindigkeiten. Die traditionelle, langsame IT betreut den Routinebetrieb, die agile, schnelle IT treibt die digitale Transformation voran. Die Hybrid Cloud ist das perfekte Modell, alles unter einen Hut zu bekommen.

Garnter-Analysten haben mit der bimodalen IT ein interessantes Konzept eingeführt, das zwar gelegentlich hinterfragt, weitgehend aber akzeptiert ist. Danach sollte die Unternehmens-IT grundsätzlich zweigeteilt sein und in zwei verschiedenen Modi arbeiten.

Die traditionelle IT ist fokussiert auf langfristige Anforderungen und kümmert sich um die Bedürfnisse und Anforderungen des täglichen Business. Diese im "Modus 1" arbeitende IT legt Wert auf Servicekontinuität, Effizienz, Sicherheit und Kostenoptimierung und ist vor allem für betriebswirtschaftliche Standardprozesse und das Backend zuständig.

Ganz anders die agile IT. Sie wird getrieben von den Ideen und Anforderungen der Fachbereiche und und strebt nach Geschwindigkeit, Innovation und schneller Time-to-Market. Diese im "Modus 2" arbeitende IT gilt als der Treiber der digitalen Transformation und unterstützt die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Sie nutzt Techniken wie Prototyping, Design Thinking, iteratives Vorgehen und legt Wert auf Nähe zum Kunden.

Das Konzept hat sich in der IT-Welt weitgehend etabliert: Die Marktforscher von Gartner sind überzeugt, dass 2017 drei von vier Unternehmen der bimodalen Philosophie folgen werden. Auf längere Sicht, so Gartner, könne kein Unternehmen überleben, wenn es nur einen dieser beiden Modi praktiziere.

Alles unter einem Dach

Die postulierte bimodale IT mit einer langsamen, auf langfristige Anforderungen fokussierten IT und einer schnellen, agilen IT lässt sich in Hybrid Clouds perfekt umsetzen. Eine hybride Cloud-Infrastruktur mit Private und Public Cloud erlaubt es nämlich, unterschiedliche Workloads und betriebliche Anforderungen immer der passenden Umgebung zuzuweisen.

Vereinfacht gesagt bedeutet das: Die klassischen IT-Dienste mit ihren kritischen Anwendungen und Applikationen, die gesetzliche Vorgaben und Compliance-Anforderungen erfüllen müssen, werden unter eigener Kontrolle - im eigenen Rechenzentrum oder in einer Private Cloud - betrieben. Die agile IT hingegen mit ihren Workloads, die geänderte oder neue Geschäftsanforderungen schnell umsetzen sowie weniger datenkritische Workloads wie Entwicklungs- und Testaufgaben umfassen, können in Public Clouds betrieben werden. Die "Hybrid IT" vereint damit die Aufgaben aus der traditionellen und der dynamischen IT unter einem gemeinsamen Dach.

Gleichzeitig eröffnet die Hybrid Cloud Architektur vielfältige Austausch- und Interaktionsmöglichkeiten zwischen Modus 1 und Modus 2. Die Modus-1-IT hat beispielsweise die Möglichkeit, viel schneller und einfacher neue Technologien einzusetzen, zu evaluieren und so letztendlich Innovationen zu fördern: Innovationen aus dem Modus-2-Betrieb in der Public Cloud können leicht in den Modus-1-Betrieb der Private Cloud übernommen werden - einfach indem sie nach einer Weile zurückgespielt werden, um sie automatisieren und industrialisieren zu können.

Unternehmen sind mit Hybrid Clouds auf der sicheren Seite: Sie können Ihren IT-Betrieb aufrecht erhalten und gleichzeitig agil agieren und Marktanforderungen sofort umsetzen. Ratsam ist, dies nicht alleine umzusetzen. Dienstleister wie HPE mit seiner Helion Cloud Suite unterstützen Unternehmen bei der Implementierung und Integration von Hybrid-Cloud-Infrastrukturen.