Flexible IT-Services nach Bedarf

Von Klaus Manhart am 20. April 2017
Kliniken, Krankenhäuser und viele andere Unternehmen stehen heute mehr denn je vor der Herausforderung, schnell und mit angemessenen Kosten auf geänderte IT-Anforderungen reagieren zu müssen. Aufwendige und projektbezogene Beschaffungen nehmen oftmals zu viel Zeit in Anspruch und binden unter Umständen nach Projektabschluss nicht mehr benötigte IT-Ressourcen. Um dem Dilemma zu entgehen, bietet Hewlett Packard Enterprise mit dem Service „Flexible Capacity“ IT-Ressourcen nach Bedarf an. Wie der Dienst funktioniert und wer davon profitiert, erklärt Jörg Wübbenhorst, Vertriebsleiter Gesundheitswesen bei HPE.

Herr Wübbenhorst, wie sieht das grundsätzliche Konzept hinter "Flexible Capacity" aus?

Jörg Wübbenhorst: HPE stellt dem Kunden mit Flexible Capacity eine Infrastrukturlösung bereit, die vor Ort bei ihm aufgebaut, in Betrieb genommen und durch ein hochwertiges Support-Konzept begleitetwird. Neben einer Basiskapazität - zum Beispiel im Bereich Online-Speicher - stellt HPE einen Kapazitätspuffer zur Verfügung, für den nur bei tatsächlicher und dauerhafter Nutzung Kosten entstehen. Dieser Puffer steht ohne zeitliche Verzögerung jederzeit nach Bedarf zur Verfügung. Sollte der Bedarf dauerhaft steigen, kann die Grundkapazität erweitert und mit einem neuen zusätzlichen Puffer bereitgestellt werden.

Was sind die Vorteile des Dienstes und wer profitiert davon?

Jörg Wübbenhorst: Im Kern bietet Flexible Capacity zwei wesentliche Vorteile: Zum einen ist das Krankenhaus in der Lage, umgehend und ohne zeitliche Verzögerung IT-Kapazitäten zur Verfügung zu stellen und diese bei Bedarf auch wieder freizugeben. Zum anderen profitiert der Kunde von einem umfangreichen proaktiven Servicekonzept und entlastet maßgeblich das eigene IT-Personal bei der Administration der Systeme. Dieser proaktive Service ist so designt, dass mögliche Fehlerfälle noch vor dem Auftreten erkannt werden können und die Verfügbarkeit zu jeder Zeit gegeben ist.

Welche Art von IT-Ressourcen werden mit Flexible Capacity bereitgestellt?

Jörg Wübbenhorst: In erster Linie geht es um die Datenhaltung, also primären und sekundären Speicherplatz sowie Backup-Storage. Der Service lässt sich aber beliebig und je nach Anforderungsprofil an die Bedürfnisse des Krankenhauses und jedes anderen Unternehmens anpassen. So ist es zum Beispiel auch möglich, Compute Power oder LAN-Ports nach Bedarf zur Verfügung zu stellen.

Klingt alles etwas nach Cloud-Computing? Wie verhält sich Flexible Capacity zur Cloud?

Jörg Wübbenhorst: Flexible Capacity verbindet die Vorteile einer Cloud mit der Sicherheit im eigenen Rechenzentrum. Gerade bei sensiblen Patientendaten legen Krankenhäuser und Kliniken großen Wert darauf, diese am eigenen Standort vorzuhalten.

Können Sie einen typischen Use Case nennen, wie Unternehmen von dem Dienst profitieren?

Jörg Wübbenhorst: Es gibt sehr viele Anwendungsfälle. Im Gesundheitswesen kommen zum Beispiel die Anforderungen für kurzfristige Speicherbereitstellung aus der klinischen Forschung oder von angeschlossenen Instituten, die wiederum für ihre Projekte IT-Kapazitäten benötigen.

Jörg Wübbenhorst (HPE)
Jörg Wübbenhorst (HPE)
Foto: HPE

Wie wird der Service bereitgestellt? Welche Prozesse laufen hier ab?

Jörg Wübbenhorst: Zunächst legen wir in Absprache mit dem Kunden einen Grundbedarf an IT-Ressourcen fest, mit dem er vernünftig arbeiten kann. Zusätzlich planen wir einen Puffer ein. Diesen Puffer kann der Kunde jederzeit ad hoc nutzen. Üblicherweise werden 10-30 Prozent vom Grundbedarf als Puffer festgelegt, aber das kann auch mehr oder weniger sein. Der Vorteil: Der Puffer kann sofort verwendet werden, der Kunde muss also nicht Stunden oder gar Tage warten. Den Verbrauch tracken wir mit einem Metering-Tool.

Gibt es auf Kundenseite irgendwelche Voraussetzungen, um den Service nutzen zu können?

Jörg Wübbenhorst: Nein. Der Kunde muss nichts mitbringen. Wir bauen eine IT-Infrastruktur nach Wunsch völlig neu auf. Ebenso können wir auch seine vorhandene Infrastruktur ? wie zum Beispiel seine Serverfarm ? in unsere HPE Lösung einbinden.

Wie wird der Kunde unterstützt? Gibt es dafür speziellen Support?

Jörg Wübbenhorst: Begleitender Support ist ein wesentlicher Bestandteil des Dienstes. Im Rahmen von HP Datacenter Care wird dem Kunden ein Support-Team an die Seite gestellt mit einem festen Ansprechpartner vor Ort. Dieser kümmert sich um alle IT-Infrastrukturbelange des Kunden und gibt Empfehlungen - etwa, wenn der Kunde ein Update machen sollte oder wenn das System erweitert werden soll. In regelmäßigen Meetings vor Ort werden beispielsweise potenzielle Risiken oder anstehende Tätigkeiten besprochen oder Kundenfragen geklärt. Der Support ist proaktiv ausgerichtet und versucht, mögliche Fehler im Vorhinein zu erkennen und sie zu vermeiden, bevor sie auftreten.

Auf welcher Basis erfolgt die Abrechnung?

Jörg Wübbenhorst: Grundsätzlich fällt ein fixer monatlicher Betrag für die Basiskapazität an. Sollte der Puffer dauerhaft genutzt werden, wird verbrauchsabhängig und nur für die Zeit der Nutzung abgerechnet. Die in Anspruch genommenen IT-Leistungen werden über ein Metering-System automatisch registriert und abgerechnet.

Gerade haben wir aktuell bei einem Uniklinikum in Nordrhein-Westfalen den Service in Betrieb genommen. Alle Vorteile, die ein solches Konzept bietet, hat der Kunde gesucht und mit dem Flexible-Capacity-Ansatz gefunden. Insbesondere die Entlastung der IT-Administration und die gewonnene Flexibilität waren zentrale Punkte der Anforderung.