Ein Teil der IT-Ausgaben läuft am CIO vorbei

am 06. Juni 2016
Immer weniger CIOs wissen noch genau, welche IT-Ausgaben die Fachabteilungen tätigen. Waren 2015 noch die Hälfte der IT-Verantwortlichen über alle IT-Investitionen informiert, sind es jetzt nur noch gut ein Drittel. Die Angst vor neuen Datensilos und einer Schatten-IT nimmt zu.

Laut der aktuellen IT-Trends-Studie des IT-Dienstleisters und Strategie-Beraters Capgemini steigen die IT-Budgets in diesem Jahr etwas stärker als im Vorjahr. Insgesamt wollen 37,0 Prozent der Unternehmen mehr Geld für IT ausgeben, bei knapp 15 Prozent erhöhen sich die Budgets sogar um mehr als 10 Prozent. Gleichzeitig kürzen 21,3 Prozent der Unternehmen ihre IT-Ausgaben, die meisten allerdings nur im einstelligen Bereich. Für 2017 rechnen 38,1 Prozent mit einem Zuwachs, für 2018 sind die Prognosen indes etwas zurückhaltender.

In mehr als 60 Prozent der für die Studie befragten Unternehmen werden bestimmte IT-Ausgaben den Fachabteilungen fest zugeordnet. In den meisten Fällen kaufen sie dafür Beratungsleistungen ein, oft für Pilotprojekte oder Workshops für die Entwicklung neuer Funktionalitäten. Darüber hinaus investieren viele in Software-Entwicklungsprojekte. Dabei sind diese Ausgaben sowie der Einkauf von mobilen Endgeräten, Hardware und Software-Paketen im Vergleich zum Vorjahr aber zurückgegangen. Dass Fachabteilungen seltener auf eigene Initiative investieren, spricht nach Einschätzung der CIOs dafür, dass es der IT-Abteilung jetzt besser gelinge, die Anforderungen der Fachabteilungen nach neuer Hard- und Software abzudecken.

Zwar sind die anteiligen Technologieausgaben der Fachabteilung laut Aussagen der CIOs von rund 17 Prozent im vergangenen Jahr auf jetzt 12 Prozent gesunken. Allerdings wissen immer weniger CIOs, wie viel ihre Fachabteilungen tatsächlich für Technologie ausgeben: Während 2015 noch die Hälfte aller Befragten stets über alle ihre Investitionen informiert war, sind es jetzt nur noch rund 36 Prozent.

Capgemini IT-Trends-Studie
Capgemini IT-Trends-Studie
Foto: Capgemini

Das führt zu einer wachsenden Besorgnis bei den IT-Verantwortlichen: Die Angst vor IT-Inseln außerhalb des Einflussbereichs der IT-Abteilung nimmt zu. Im Vordergrund steht dabei die Befürchtung, dass dadurch die Standardisierung und Automatisierung der IT-Landschaft erschwert wird. Das würde in der Folge die Kosten für die IT in die Höhe treiben und viele Projekte im Zusammenhang mit der Digitalisierung behindern, weil die angestrebte engere Vernetzung gefährdet würde. Die IT-Verantwortlichen fürchten das Entstehen einer Schatten-IT und neuer Datensilos.

Für die IT-Trends-Studie 2016 hat Capgemini 153 Entscheidungsträger im deutschsprachigen Raum befragt. Die Teilnehmer erzielten einen Umsatz zwischen 50 Millionen und mehr als 7,5 Milliarden Euro Umsatz. Von den im DAX 30 gelisteten Unternehmen nahmen 37 Prozent an der Studie teil. Ansprechpartner für die Befragung waren Personen, die auf Geschäftsführungsebene beziehungsweise oberer Managementebene zu den strategischen IT-Aktivitäten ihres Unternehmens Auskunft geben konnten.