Das Ende von Insellösungen im Infrastruktur-Management

Von Roland Freist am 16. März 2017
Im Zuge der immer weiter voranschreitenden Virtualisierung der Rechenzentren macht ein neues Schlagwort die Runde: Composable Infrastructure. Was ist das und wie unterscheidet sich dieses Konzept von anderen Ansätzen?

Eine Composable Infrastructure macht's möglich. Mit ihr erweitert sich der Kreis der bislang drei Kategorien von Infrastruktur um einen vierten Typ. In der Vergangenheit hatten die Verantwortlichen in den Rechenzentren die Auswahl unter diesen Modellen:

Einer traditionellen Infrastruktur, bestehend aus Servern, Storage und Netzwerk-Switches. Diese Hardware-Basis eignet sich für ein breites Spektrum von Anwendungen, hat allerdings den Nachteil, dass sie zur Bildung von Silos neigt. Da die drei Komponenten auf unterschiedlichen Plattformen aufbauen, lassen sich für gewöhnlich nicht über eine einheitliche Management-Lösung verwalten.

Typ 2 ist die Converged Infrastructure. Entsprechende Lösungen verbinden Server, Storage und Netzwerk zu einem System, das auf eine bestimmte Anwendung zugeschnitten ist, etwa auf den Betrieb einer Datenbank. Vorteil: Ein solches System lässt sich schnell ordern und es benötigt weniger Strom und Platz im Rechenzentrum als eine traditionelle Lösung. Nachteil: Eine Converged Infrastructure erfordert ein eigenes Management, das unabhängig ist von der Verwaltung des restlichen Data Center.

Grenzen zwischen physischer und virtualisierter Infrastruktur überwinden

Zum dritten hat sich in den vergangenen Jahren die Hyperconverged Infrastructure entwickelt. Auch sie vereinigt Server, Storage und Netzwerk in sich und verspricht eine besonders einfache Implementierung in ein vorhandene IT-Umgebung. Allerdings eignet sie sich ausschließlich für virtualisierte Workloads, nicht jedoch für Anwendungen, die auf physische Hardware oder ein SAN angewiesen sind. Auch hier entsteht daher oft eine inselartige Management-Lösung.

Eine Composable Infrastructure verspricht dagegen, diese Grenzen zu überwinden und Server, Storage und Netzwerk in einer einheitlichen Plattform zu vereinen auf Basis einer als Software gelieferten Intelligenz sowie einer einheitlichen Schnittstelle. Ein solches System wird nicht vorkonfiguriert für einen bestimmten Workload, sondern kann flexibel auf den Bedarf unterschiedlicher Workloads reagieren. Mit einer Composable Infrastructure, wie sie HPE mit HPE Synergy anbietet, können Unternehmen ihre IT-Infrastruktur ad hoc für eine bestimmte Aufgabe zusammenstellen und die Ressourcen nach Beendigung wieder für andere Workloads bereitstellen.