4 Erfolgsfaktoren für IoT-Projekte

Von Klaus Manhart am 30. März 2017
Das Thema IoT ist für viele Unternehmen immer noch Neuland. Das ist nicht weiter erstaunlich. IoT-Projekte gelten als hochkomplex, erfordern sehr spezifisches Wissen und sind abteilungsübergreifend ausgerichtet. Was können Sie tun, um den Erfolg sicherzustellen?

Deutsche Unternehmen hinken bei der Digitalisierung hinterher. Und auch bei der Einführung des Internet of Things (IoT) sind sie eher zögerlich unterwegs. Das mag einerseits nachdenklich stimmen, ist aber andererseits auch nicht verwunderlich. Denn IoT führt nicht einfach eine weitere neue Technologie ein, sondern gestaltet Prozesse völlig neu - was wesentlich aufwendiger und vielschichtiger ist.

Im Kern geht es bei IoT vor allem darum, Geräte interaktionsfähig zu machen, wie etwa:

  • der Container, der Daten über seinen Standort und Zustand an eine Zentrale sendet;

  • die variable Produktionseinheit, die ihre einzelnen Fertigungsschritte selbständig ansteuert;

  • das Flugzeugtriebwerk, das die Luftqualität misst und so bestimmte Reinigungsprozesse selbständig anfordert.

Diese Systeme funktionieren immer nur im Zusammenspiel mit anderen und nur so gut, so gut auch die Datenbasis und die Durchgängigkeit der Umsetzung ist. Auf diese Weise können vorhandene Prozesse optimiert werden.

Den Erfolg sichern

Die Experton-Group hat vier Faktoren herausdestilliert, die den Erfolg von IoT-Projekten sicherstellen sollen:

  • IoT optimiert ProzesseIoT sollte nicht als Technologie, sondern als neue Denkweise verstanden werden, die betriebliche Abläufe und Prozesse unter Zuhilfenahme von Daten optimiert und neu gestaltet. "Je eher ich mich in meinem Unternehmen mit dieser Denkweise beschäftige, IoT als Prozessoptimierer verstehe und IoT auch unter dieser Perspektive einsetze, desto eher wird mein Vorsprung vor meinem Wettbewerb erhalten bleiben", sagt Oliver Nickels von der Experton Group.

  • IoT und IT unterscheiden sichIT- und IoT-Projekte haben wenig gemeinsam. Die IT hat es meist mit relativ wenigen Daten aus gut strukturierten Datenbanken zu tun, während IoT mit unstrukturierten Daten aus unterschiedlichsten Quellen wie Sensoren konfrontiert ist. Um dem massiven Sensor-Datenstrom Herr zu werden, braucht es eine andere Architektur. "IoT ist also ganz klar ein Projekt, das eigenen Regeln folgt. Dieses muss schon in der Projektplanung berücksichtigt werden, sonst läuft das Projekt Gefahr, an den technischen Unterschieden zwischen IoT und IT zu scheitern."

  • Die Datenqualität muss gesteigert werdenIn der klassischen IT lässt sich die Datenqualität im ETL-Prozess gut sichern. IoT ist mit deutlich schmutzigeren Daten aus Sensoren konfrontiert, die sich nicht so leicht bereinigen und aufbereiten lassen. Dazu braucht es neue Maßstäbe und ein experimentelles Vorgehen, wie die Qualität der Daten verbessert werden kann. "Partnerschaften zu externen Service- und Datenanbietern, die Daten und auch Analysenmethoden liefern, können daher lebenswichtig für das Projekt sein".

  • Partnerschaften sind wichtigIoT-Projekte können nicht im Alleingang durchgeführt werden, weil sie zu komplex und zu wissensintensiv sind. IoT-Projekte erfordern ganz neue Architekturen und Methoden, die nicht im Solo-Modus umsetzbar sind. "Serviceprovider und Spezialisten im IoT-Umfeld helfen Ihnen nicht nur dabei, sehr spezifische Probleme effektiv zu lösen, sondern zeigen Ihnen zudem neue Perspektiven auf, um das Gesamtziel der Prozessoptimierung schneller und effektiver zu erreichen. Das gilt auch für die Frage der richtigen Plattform."

Dienstleister unterstützen bei IoT

Zum grundsätzlichen Vorgehen rät die Experton Group: Gehen Sie in kleinen Schritten vor, setzen Sie zunächst auf Plattformen Dritter. "Dies gibt Ihnen eine höhere Flexibilität und die Möglichkeiten, Plattformen im Laufe der weiteren Entwicklung zu wechseln oder zusätzliche Plattformen hinzuzunehmen".

Inzwischen gibt es eine Reihe von Dienstleistern, die Unternehmen bei IoT-Projekten unterstützten. HPE richtet sich mit seiner Internet of Things Platform an Telekommunikationsunternehmen und andere Anbieter von Kommunikationsservices, die damit "Smart Device Ecosystems" generieren können. Der IoT-Stack von HPE ermöglicht es diesen Service-Providern, für ihre Business- und Privatkunden Geschäftsmodelle rund um die Analyse von Sensordaten zu entwickeln.

Außerdem bietet HPE mit seinem HP Energy Management Pack erste branchenspezifische Anwendungen für die IoT-Platform. Diese Applikation erlaubt es zum Beispiel Dienstleistern wie Telekommunikations- und Versorgungsunternehmen ihren Kunden Hausautomatisierung und Energiesteuerung zur Verfügung zu stellen.